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Ich bin bei der Onlineausgabe des Stern über einen interessanten Artikel gestolpert, der mich ein wenig schmunzeln lies.

Ausgang war ein Tweet meines Namensvetters Niko Bayer:

Der Artikel des Stern ließ mich nachdenken. Natürlich kenne ich den Satz des (nicht nur) Mathelehrers auch. Sicher gibt es Dinge, die man einfach auswendig lernen muss. So bringt es natürlich nichts, wenn man in einem linguistischen Fach seine Zeit mit dem Nachschlagen von Vokabeln verplempert. Auch wenn ich selbst mittlerweile die Schulzeit weit hinter mir gelassen habe, ist K1 gerade mitten in der Grundschulphase, das Thema auswendig lernen also hochaktuell. Bisher ist mir zum Glück die Diskussion über Taschenrechner bzw. dessen Äquivalent auf einem Mobiltelefon erspart geblieben. Trotzdem macht einen die Selbstverständlichkeit, mit der solche Geräte als vorausgesetzt angenommen werden, nachdenklich.

Nun sind Smartphones seit knapp 10 Jahren am Alltag angekommen. Mich selbst hat allerdings die Begeisterung für diese Geräte nie erreicht. Ich hatte um das Jahr 2009 rum mal einen MDA Compact 4 mit Windows Mobile und, für meinen Geschmack, sündhaft teurem Mobilfunkvertrag, aber das wars. Auch wenn ich es damals großartig fand, zwischendurch mal schnell meine Mails lesen zu können, natürlich nur im WLAN weil Datentraffic damals noch übertrieben teuer war, hat sich bei mir nie ein „haben wollen“-Gefühl eingestellt. So gingen die Jahre ins Land und zuerst wurde der Mobilfunkvertrag durch Prepaid ersetzt, dann das Gerät gegen einfache Mobiltelefone getauscht. Das hat sich bis heute nicht geändert. Aktuell beschränkt sich die mobile Erreichbarkeit ganz klassisch auf Telefonie und SMS (mit einem Nokia 6303). Das sorgt immer wieder für interessante, oft auch ungläubige Reaktionen, insbesondere mit Blick auf eine Tätigkeit in der IT-Branche. Betrachte ich aber mein persönliches Kommunikationsverhalten, muss ich feststellen, daß mir da nichts fehlt. So reicht ein Prepaid-Guthaben von 10 oder 15 Euro bei mir locker für ein Jahr. Witzigerweise wurde meine letzte Karte sogar deaktiviert, weil über knapp zwei Jahre kein Guthaben aufgeladen wurde.

Nun bietet zwar auch mein einfaches Telefon einen Taschenrechner, aber diesen habe ich bisher noch nie genutzt. Im Alltag kommen dann doch wieder die damals zu Schulzeiten durch stumpfes Auswendiglernen antrainierten Grundfertigkeiten zum Einsatz. Kopfrechnen steht immer noch hoch im Kurs, z.B. beim Einkaufen (Klassiker). Auch der Dreisatz, der im o.g. Stern-Artikel als scheinbar obsolet erkannt wurde, begegnet einem immer wieder. Mal schnell 15% von 120 Euro berechnen? Das Ergebnis hat man doch im Kopf schneller zusammen als man das Telefon aus der Tasche gekramt hat.

Man möchte es als Schüler nicht unbedingt einsehen, aber, aus meiner heutigen Perspektive kann ich absolut bestätigen, dass auch andere Weisheiten sich nicht zu Unrecht über Generationen gehalten haben. „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ ist ein Ausdruck, der einem immer wieder begegnet. Und, auch wenn es angestaubt klingt, ist das absolut korrekt. Und genau hier liegt die Schwierigkeit, nämlich darin, sich eine ausgewogene Mischung aus Wissen anzueignen. Es gibt Informationen, die sicherlich ausserhalb einer bestimmten Disziplin eher selten abgerufen werden dürften, z.B. wo irgendwelche bayrischen Nebenflüsse der Donau entlangfließen . Wo aber die Donau ungefähr langfließt, kann zu wissen ganz praktisch sein.

Nichtsdestotrotz muss auch gelernt werden, wie Informationen beschafft werden. Insbesondere mit Blick auf die stetig zunehmende Anzahl an Quellen, die online verfügbar sind, ist es essentiell, daß Schüler heutzutage die richtige Mischung aus theoretischem praktischem Wissen vermittelt bekommen. Dann ist man optimal gerüstet, auch wenn mal kein Internet verfügbar ist.


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Nun habe ich seit etwas mehr als einem Jahr die Anker SoundBuds Slim Bluetooth Kopfhörer in Benutzung und möchte euch meine Erfahrungen mit den Kopfhörern nicht vorenthalten.

Ich habe die Teile damals auf Empfehlung hin gekauft, da ich für meinen täglichen Fussmarsch ins Büro ein paar neue Kopfhörer brauchte. Jetzt finde ich ohne Kabel gar nicht schlecht, Aufladen per USB ist auch eine feine Sache.

Die Konnektivität geht in Ordnung. Die Kopfhörer funktionieren mit meinem Nokia 6203 weitgehend problemlos. Gelegentlich knackt es beim Musikhören. Das lässt sich idR durch ein Aus- und wieder Einschalten der Kopfhörer beheben. Die „Passform“ ist gut, die Teile lassen sich bequem tragen. Etwas nervig kann das Verbindungskabel der beiden Ohrstöpsel sein, wenn sich das im Hemdkragen verfängt.

Die Musikqualität geht in Ordnung, allerdings können für meinen persönlichen Geschmack die Bässe etwas kräftiger sein. Die Geräte sind sicher nichts für den audiophilen Genussmenschen, aber für den Alltagsgebrauch reicht es in jedem Fall.

Der einzige echte Kritikpunkt ist die Akkulaufzeit. Angeblich sollen die Teile 6-8h schaffen, wenn die Lautstärke nicht zu hoch ist. Das kann ich so nicht nachvollziehen. Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden sind die Dinger bei mir leer. Arbeitsweg hin- und zurück sind rund 40 Minuten, das klappt ohne Probleme. Kommt dann aber noch ein bisschen Nutzung dazu, z.B. beim Rasenmähen, reicht es nicht mehr für eine ganze Stunde. Ich muss die Teile normalerweise jeden Tag laden.

Fazit

Für kabellose Kopfhöhrer unter 25 EUR sind die Anker SoundBuds Slim durchaus in Ordnung. Die Akkulaufzeit trübt den sonst ordentlichen Gesamteindruck. Sie Teile sind eingeschränkt empfehlenswert.


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Digitalisierung ist aktuell eines der Schlagworte, die durch die (Fach-) Presse geistern. Es werden unzählige Artikel dazu geschrieben und Veranstaltungen abgehalten. Erfahrungsgemäß wird viel geredet, aber nicht immer konkrete Fragen beantwortet. Insbesondere Kleinunternehmer und kleine Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Die Fragen, die man sich zum Thema wohl am häufigsten stellt:

Was ist Digitalisierung?
Was kostet Digitalisierung?
Was bringt mir Digitalisierung?
Wo bleibt der Mensch?

Fangen wir klein an.

Was bedeutet eigentlich Digitalisierung?

Vereinfacht gesagt: etwas wird aus der analogen Welt in die „digitale Welt“, also in den Computer, überführt. Computer steht hier natürlich synonym für Datenverarbeitungsgeräte jeglicher Art ;). Wer bis hierhin gelesen hat, dem wird vielleicht das Wort „Datenverarbeitung“ aufgefallen sein. Das ist nämlich das Ziel der Digitalisierung, die elektronische Datenverarbeitung (EDV). Das klingt erstmal sperrig, ist aber im Prinzip sehr einfach. Und das Beste: in (fast) jedem Unternehmen wird bereits (in Teilen) digitalisiert!

Schreibt Ihr Emails oder Kurznachrichten per Mobiltelefon? Dann habt ihr sicherlich deutlich weniger Schriftverkehr per Brief als noch um die Jahrtausendwende. Kommunikation ist bereits in weiten Teilen digitalisiert. Telefonnetze werden zunehmend von analoger auf digitale Technik umgerüstet. Das tun zwar nicht die Nutzer, aber die Netzbetreiber (passive Digitalisierung). Aufgabenlisten werden schon häufig per Mobilgerät gepflegt und sind somit was? Genau, digital. All diese einfachen Beispiele zeigen, der Wandel ist, und zwar nicht erst seit gestern, im Gange.

Wenn man sich nun fragt, warum das Thema dann überhaupt diskutiert wird, tut man das nicht zu unrecht. Die elektronische Datenverarbeitung begleitet die meisten bereits seit Jahren und ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Nun werden zunehmend nicht nur Daten, sondern komplette Geschäftsprozesse digitalisiert. Jeder Unternehmer dürfte auch hier bereits die ersten Schritte gemacht haben. Umsatzsteuervoranmeldungen werden seit über 10 Jahren – im Normalfall – elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt.

Möglichkeiten zur Digitalisierung gibt es in den meisten Unternehmen zur Genüge. Genau hier liegen aber auch die möglichen Stolpersteine. Werden nicht die richtigen oder aber zu viele Prozesse gleichzeitig, ohne hinreichende Planung, digitalisiert, kann dies zu unvorhergesehenen Problemen führen. Hierbei sind nicht nur Abhängigkeiten zwischen einzelnen Prozessen zu beachten, sondern auch sonstige Einflussfaktoren. Mit steigender Komplexität der zu digitalisierenden Prozesse steigen entsprechend die Anforderungen. Irgendwann führt kein Weg an einer externen Fachberatung vorbei.

Das führt direkt zur nächsten Frage.

Was kostet Digitalisierung?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Die Kostenfrage ist sehr individuell vom jeweiligen Unternehmen abhängig. Als Faustregel kann jedoch gelten, daß die Kosten sich tendenziell mit der Komplexität der Unternehmensprozesse entwickeln.

Was bringt mir Digitalisierung?

Digitalisierung wird vornehmlich mit Blick auf gesteigerte Effizienz betrieben. Hierzu zählt die Reduzierung manueller Tätigkeiten und somit Entlastung der Mitarbeiter, die sich somit auf andere Dinge konzentrieren können. Gleichzeitig ist eines der Primärziele eine Kostenreduktion. Diese ergibt sich fast automatisch, wenn Mitarbeiter effizienter Arbeiten können.

Weitere Ziele wären z.B.
- (Teil-)Automatisierung (z.B. Annahme von Kundenbestellungen)
- Verbesserungen in der Kundenkommunikation (Reaktionszeiten, Dokumentation, Transparenz)
- Analyse und Optimierung interner Abläufe
- Optimierung der Beschaffung (Lagerbestände, Bestellungen)
- Optimierung in der Personal-, Material- und Produktionsplanung (im Rahmen der ERP)

Auch wenn das ganze erst einmal vielversprechend klingt, ist Vorsicht geboten. Gerade kleine Unternehmen profitieren nur bedingt und sehen sich entsprechenden Investitionen gegenüber. Hier muss bereits in der Planungsphase genau abgewogen werden welche Prozesse sich für eine Digitalisierung eigenen. Kleine Unternehmen werden kaum eine umfassende ERP-Software benötigen. Eine eigene Insellösung kann sinnvoll sein und Vorteile gegenüber Standardsoftware bieten. Größere Unternehmen, die bereits Softwarelösungen einsetzten benötigen passende Erweiterungen oder Applikationen, die vorhandene Schnittstellen nutzen können.

Wo bleibt der Mensch?

‚Digitalisierung kostet Arbeitsplätze‘ heißt es in der Boulevardpresse. Ist das so? Auch hier lässt sich das nicht pauschale beantworten. Sicher ist, daß Digitalisierung und Automatisierung Mitarbeiter entlasten können. Gerade in KMUs werden diese dann aber die gewonnene Zeit für andere Arbeiten aufwenden. Es ist zu erwarten, daß bei konstanter Personaldecke die Effizienz steigt. Mit zunehmender Unternehmensgröße, insbesondere in Unternehmen mit eigener Fertigung, bietet sich größeres Potential zur Automatisierung bei gleichzeitiger Reduktion der Personalkosten. Da aber die Digitalisierung an sich kein kurzfristiges Projekt ist, lässt sich im eine Umstrukturierung sozialverträglich planen.

Fazit

Digitalisierung bietet Chancen für Unternehmen, keine Frage. In vielen Bereichen ist die Transformation bereits in vollem Gange, auch wenn das nicht zwangsläufig jedem bewusst ist. Natürlich ist Digitalisierung keine universelle Lösung und speziell in kleinen Unternehmen oder bei Kleinunternehmern (!) auch nicht in jedem Bereich sinnvoll oder mit vertretbarem Aufwand machbar. Trotzdem kann und sollte man sich der Entwicklung nicht kategorisch verschließen.


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Nun habe ich die Sculpt seit über einem Jahr auf dem Schreibtisch stehen, Zeit also für ein kurzes Zwischenfazit. Die Tastatur sieht noch aus wie neu, was, angesichts der überaschaubaren Einsatzstunden, nicht überrascht. Das Schreibgefühl ist weiterhin richtig gut.

Negativ aufgefallen ist mir die Sendeleistung der drahtlosen Verbindung. Die Tastatur darf nicht weiter als 20-30cm vom Empfänger weg sein, sonst „laggen“ die Tastatureingaben. Hier werde ich mal ein paar neue Batterien ausprobieren :).

Nach wie vor gewöhnungsbedürftig ist der separate Zahlenblock. Da habe ich mich ein wenig geärgert, als Microsoft das Surface Keyboard vorgestellt hat, wobei hier ein Preis von über 100 EUR eine echt sportliche Ansage ist und über das hinausgeht, was ich bereit bin auszugeben.


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Ich bin ein großer Freund quelloffener Software. Ich nutze Linux, seit mittlerweile mehr als einem Jahrzehnt. Trotzdem kann ich den Schritt der Münchner Stadtverwaltung nachvollziehen. Ein, meiner Meinung nach, großartiges und richtungsweisendes Projekt geht damit zu ende. Das Thema ist bereits ausgiebig diskutiert worden, die Bandbreite der thematisierten Gründe für das “Scheitern” dieses Projektes reicht von Unwissen der Entscheidungsträger (LINK) über zu große personelle und technische Aufwände bis hin zu einer gelenkten Entscheidung, forciert durch den Nutznießer Microsoft.

Betrachten wir die Entwicklung aber einmal losgelöst von idealistischen Standpunkten, erkennt man, dass es im Kern nicht um ein bestimmtes Betriebssystem geht. Vielmehr kommt zum Tragen, dass es im Jahr 2017 nicht möglich zu sein scheint, plattformübergreifend zu Arbeiten. Blicken wir zurück, war eines der Ziele des LiMux Projektes eine systemübergreifende und plattformunabhängige Infrastruktur zur schaffen.

Diese Zielsetzung ist absolut erstrebenswert, aber mit Blick auf in der Praxis verfügbare Lösungen, nicht ohne massiven Aufwand erreichbar. Anwendungen im betrieblichen, wie behördlichen Bereich, werden in erster Linie für Systeme mit Windows-Betriebssystemen entwickelt. Dies ist, auch wenn es für viele eingefleischte Open-Source-Freunde nicht akzeptabel ist, eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. Die meisten Entwickler von Software müssen auf irgendeine Art und Weise Ihren Lebensunterhalt verdienen. Software, die produktiv genutzt werden soll und gewisse Qualitätsstandards erfüllen muss, erfordert Entwicklungs- und Testaufwand. Anbieter, die diesen betreiben, wollen und müssen mit Ihrer Arbeit Geld verdienen. Dies funktioniert am besten, wenn man den potentiellen Absatzmarkt nicht künstlich einengt. Die logische Konsequenz daraus ist natürlich, das eine Software für das marktführende Betriebssystem entwickelt wird.

Idealismus hin- oder her, bei Entwicklungen, die sich an alternative Betriebssysteme mit verschwindend geringen Marktanteilen im Desktop-Bereich richten, lässt sich ein Gewinnziel bei geringen Absatzmengen nur durch entsprechend hohe Preise erzielen. Das hat aber nichts mit Unternehmen wie Microsoft oder Abnehmern, wie eben der Stadt München zu tun, sondern mit einem kranken und letzten Endes kaputten Wirtschaftssystem, in dem wir alle nur mitschwimmen.

Wenn ich hier wieder auf die technische Ebene beschränke, scheitert die Interoperabilität grundlegend an nicht standardisierten Datenformaten. Moritz Förster hat es in seinem Kommentar auf den Punkt gebracht:

Wenn alle Welt Microsofts Formate für Dokumente verwendet und man in der bayerischen Landeshauptstadt dann mühsam die Informationen herausklauben muss, interessiert sich der Sachbearbeiter nicht für das Ideal freier Software. Quelle

Damit Linux auf dem Desktop eine Chance hat, müssen sich Entwickler von Ihren idealen lösen. LibreOffice ist ein gutes Stück Software. Open Document Formate sind toll, wenn Sie aber nicht flächendeckend unterstützt werden, werden sie sich nicht durchsetzen. Microsoft als Anbieter von eigener Bürosoftware hat seine eigenen Formate am Markt etabliert. Das ist schade, aber verständlich. Anstatt nun aber zu lamentieren, wie ungerecht die Welt ist, wäre es zielführender die Unterstützung auch für proprietäre Formate zu verbessern. Solange aber ein ein in Word erstelltes Textdokument nicht ohne Aufwand in LibreOffice weiterbearbeitet werden kann (und umgekehrt) lassen sich Anwender nicht zu einem Wechsel bewegen. Die oft kritisierte Usability beschränkt sich nicht nur auf Benutzeroberflächen, sondern fängt – aus Nutzersicht – schon bei der Datei an.

Wenn es schon bei den Grundlagen hapert, dann muss man sich nicht wundern, wenn Nutzer nicht auf den Zug aufspringen wollen. Entwickler freier Software leisten hervorragende Arbeit.

Um nochmal auf Moritz Förster zu verweisen:

Aber Microsoft hat bewiesen, dass es kein Interesse daran hat, seinen Nutzern die Kontrolle über ihre Systeme zuzugestehen […] Der Konzern will die Zügel selbst in der Hand halten, wenn es um das Wohl der Endnutzer geht. Quelle

Natürlich will der Konzern (Microsoft) genau das. Apple tut genau das. Für Verfechter freier Software ist das ein Graus, aber schaut man über den Tellerrand, erkennt man, dass diese Strategie aus Sicht der Anwender nicht per se schlecht ist. Software ist komplex. Die Zeiten von kleinen hilfreichen Programmen auf “einfachen” Rechnern ist vorbei. Man darf nicht vergessen, dass ein Großteil der Nutzer von Rechnersystemen ANWENDER sind. Die Bezeichnung allein impliziert, das die Benutzung im Fokus steht. Die wenigsten Anwender von Alltagsgegenständen (Toaster, Kaffeemaschine, Kühlschrank, Auto etc.) kämen auf die Idee diese zu zerlegen und in den technischen Eingeweiden herumzufuhrwerken oder hätten das notwendige Fachwissen dazu. Warum sollte es also bei Software anders sein? Als Anwender möchte ich nicht an der Software herumbasteln müssen. Möglichkeiten für individuelle Anpassungen sind lobenswert, sind Anpassungen aber notwendig, um die Software effizient nutzen zu können, haben die Entwickler am Bedarf vorbei gearbeitet.

Professionelle Anwender haben eine Tätigkeit auszuführen, für die der Rechner ein Werkzeug ist. Produktivität und Benutzbarkeit ist an dieser Stelle sicherlich höher einzustufen als Idealismus. Ich denke, jeder, der sich beim Versuch, eine festsitzende Schraube mit einer klapprigen Zange zu lösen, die Finger geklemmt hat, wird einsehen, das ein passender Schraubenschlüssel das geeignetere Werkzeug für diese Aufgabe ist. Ebenso verhält es sich mit Software. Wenn ein Produkt für einen bestimmten Einsatzzweck ungeeignet ist, wird eine besser geeignete Alternative verwendet. In diesem Fall bedeutet das leider, dass ein proprietäres System für den Einsatzzweck besser geeignet ist.


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